Worblaufen

Casappella

Casappella

Die 2009 eröffnete Casappella besteht aus einer Kapelle mit Foyer und drei Wohnungen, in denen gemeinschaftliches Wohnen gepflegt wird. Der moderne Kirchenraum wurde mit den Randbänken und der Rundform den alten Kirchen nachempfunden. Auch das raffinierte Lichtkonzept bietet ein spezielles Erlebnis.

Année de construction | 2009

Architecte | Krauss, Ueli

Communauté politique | Ittigen

Paroisse | Ittigen

Site web

Adresse | Längackerweg 14

Coordonnées | 46.979961, 7.461105

Google Maps | Swisstopo

Heures d'ouverture |
Mo-So 8-22 Uhr

Anfang der 1960er Jahre hat die Kirchgemeinde hier eine Baracke aufgestellt, um im neuen Block- und Hochhaus-Quartier Präsenz zu markieren. Der Zustand dieses Gebäudes war so schlecht, dass seit spätestens 2000 ernsthaft nach Alternativen gesucht wurde. An Pfingsten 2009 wurde die Casappella nach knapp zwei Jahren Bauzeit eröffnet.

Der Name Casappella ist Programm. Hier ist eine Gemeinschaft mit gut 15 Personen entstanden, die Casa, die ein Stück Leben teilt, und sich im Quartier im Namen der Kirche engagiert. Dazu gehörten zum Beispiel Strassenfeste, Konzerte, eine Süssmost-Press-Aktion, Bilder Ausstellungen oder ein Kindertreff. Die Cappella ist eine offene Wegkappelle, eine Oase der Stille in einer lauten, von Hochhäusern, Gewerbebauten und der S-Bahn geprägten Umgebung. Hier finden regelmässige Gottesdienste statt.

Nach einer Machbarkeits-Studie von Architekt Urs Loosli wurde die Planung des Baus dem Architekturbüro «Althaus Architekten» übertragen. Verantwortlich zeichnete Ueli Krauss. Nach der Besichtigung von Sakralbauen und kleinen Klosterbauten in der Region, machte sich die Baukommission unter der Leitung von Dr. Fritz Wegelin, auf den Weg, die Casappella-Idee umzusetzen.

Vom Längackerweg her nähert sich der Besucher über eine Fussgänger Rampe. An ihrem Fuss trägt seit Baubeginn der Grundstein mit dem Motto: «Einer trage die Last des anderen, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen» (Galaterbrief 6,2) – ein Hinweis auf die tragende Gemeinschaft. Die Kapelle wird betreten über den Innenhof, der an einen klösterlichen Kreuzgang erinnert. Die einzelnen Türen führen nicht zu Klosterzellen, sondern zu Familien- und wohngemeinschaftlichen Wohnungen.

Dort, wo normalerweise das Eingangsportal zur Kirche wäre, steht ein Wasserbecken, das an die Taufe und damit an den geistlichen Eintritt in die Welt des Glaubens erinnert und an das Leben, das hier empfangen werden kann. Das Lebenswasser strömt quasi unter der Türschwelle hervor in Anspielung auf Ezechiel 47.

Die Rundbänke im Innern lassen zuerst an den Chorraum einer Berner Landkirche denken. Allerdings fehlen die Kirchenfenster an der Aussenfassade. Die Kapelle am lauten und belebten Standort soll als Zufluchtsort und Ort der Stille zuerst einmal abschirmen und Geborgenheit geben. Allerdings ist der Raum nach oben hin geöffnet. Der indirekte Lichteinfall hat etwas Geheimnisvolles und zieht den Blick automatisch nach oben. Im Zentrum steht der massive Travertin-Kubus als Abendmahlstisch. Er symbolisiert Christus, den Ewigen Fels, von dem die Gläubigen Nahrung empfangen (1. Korinther 10,4).

Ein portugiesische Künster, Carlos Nogueira hat ein asymmetrisches Kreuz geschaffen. Der Arm, der ins Quartier weist, ist verlängert. Wer hier anbetet, empfängt einen neuen Auftrag für den Dienst in der Welt. Der Glanz dieser Welt spiegelt sich an sonnigen Abenden im Wasserbecken, das durch das Glasfenster Lichtspiele an die Wände zaubert.

  • Althaus Architekten Bern, Bern: Althaus Architekten Bern AG, 2010.
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